Oman - Kultur & Geschichte

Kultur & Geschichte des Oman

Aufregend vielseitig

Der Oman ist unser Geheimtipp auf der arabischen Halbinsel!

Archäologische Entdeckungen deuten darauf hin, dass das heutige Gebiet Oman bereits in der Steinzeit besiedelt wurde. Schon die Babylonier und Assyrer siedelten sich hier an, um den Handelsweg zu kontrollieren, der Asien mit den Küsten des Mittelmeeres verband. Bereits vor der Islamisierung um 630 handelten die dort ansässigen Beduinen mit Kupfer und Weihrauch. Der Oman ist auch heute noch für seinen hochwertigen Weihrauch, auch weißes Gold genannt, bekannt.

Von den Portugiesen bis nach Sansibar

Im 16. Jahrhundert wurden die heutige Hauptstadt Maskat sowie mehrere andere Hafenstädte von den Portugiesen eingenommen. Erst im 17. Jahrhundert schafften es die Omani, die Portugiesen mit vereinten Kräften aus dem Land zu vertreiben. Es gelang ihnen sogar, einige Besitzungen der Portugiesen in Ostafrika einzunehmen, unter anderem auch Sansibar. 

Seit dem 17. Jahrhundert wird das Land von der Said-Dynastie beherrscht. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte der Oman schließlich seinen geografischen Höhepunkt. Das beherrschte Gebiet umfasste weite Teile der Küste Persiens sowie Gebiete an der Ostküste Afrikas. Sansibar war sogar zeitweise der Residenzsitz des Sultans von Oman. Die wichtigsten Handelsgüter in dieser Zeit waren vorwiegend Gewürze sowie Sklaven aus Afrika, die mittels Karawanen- und Seehandel sowohl in Afrika als auch in Indien und Persien vertrieben wurden. Hierdurch wird auch die Verwendung vieler afrikanischer und asiatischer Gewürze in der omanischen Küche erklärt.

Bis das schwarze Öl entdeckt wurde

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Herrschaftsgebiet in das Sultanat Maskat und das Sultanat Sansibar geteilt. Die Seehandelsmacht des Oman fand ihr Ende, als durch die Eröffnung des Suezkanals 1896 die ersten europäischen Dampfschiffe in deren Gewässer vordrangen. Diese waren den Segelschiffen, die noch heute im Oman handgefertigt werden, weit überlegen. 

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das schwarze Gold in der Provinz Dhofar im Süden des Oman entdeckt. Seitdem floriert der Handel mit Erdöl und der Oman ist zu einem der wohlhabendsten Länder der Welt aufgestiegen. Trotz des Reichtums blieb eine Weiterentwicklung des Landes jedoch aus. Der zu dieser Zeit amtierende Sultan regierte zunächst konservativ und lehnte eine Modernisierung des Landes ab.

Die Modernisierung des Oman

Mitte der 1960er-Jahre lehnten die Omani sich erstmalig auf und 1970 wurde der amtierende Sultan von seinem Sohn in einem unblutigen Staatsstreich mit der Unterstützung britischer Offiziere abgesetzt. Quabus Ibn Said ist bis heute an der Macht.

Damit begann die Modernisierung des Oman, die von den Omani selbst als moderne Renaissance bezeichnet wird. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich das Land zum modernen Wohlfahrtsstaat mit gut ausgebauter Infrastruktur sowie einem Sozial-, Gesundheits- und Bildungssystem. Besonders hervorzuheben sind die rasanten Entwicklungen im Aufbau des Bildungs- und Gesundheitswesens, der Infrastruktur und die tragende, gesellschaftliche Rolle der Frauen im Land.

Denn auch die Rolle der Frau im Oman hat sich seitdem gewandelt. "Ungebildete Frauen können keine freien Kinder aufziehen, und vernachlässigte Frauen können nie richtig für andere Menschen sorgen. Wenn Frauen für ihre Aufgabe nicht ausgebildet sind, können sie nichts zum Fortschritt dieses Landes beitragen": Diese Aussage von Sultan Qaboos zeigt, dass sich das Bild der Frau in der omanischen Gesellschaft wandelt. Die Schulbildung für Mädchen ist ebenso verpflichtend wie für Jungen. Sie arbeiten auf allen Ebenen in der Privatwirtschaft, ebenso wie in der Politik.

Seit den 1990er-Jahren wird versucht, die Wirtschaft unabhängig vom Erdölexport zu machen, da laut Berechnungen die bekannten Erdölvorräte um 2020 erschöpft sein sollen. Mithilfe staatlicher Förderung begann ein intensiver Ausbau von Landwirtschaft, Fischerei, der Montanindustrie und des Tourismus.

Die Staatsreligion des Oman ist der Islam. Jedoch gibt es auch christliche und protestantische Kirchen sowie Tempel für Hindus und Buddhisten. Die bekannteste Moschee im Oman ist die Große Sultan Quabus Moschee in Maskat mit ihren 5 Minaretten, die die fünf Säulen des Landes symbolisieren. Diese und die Sultan Quabos Moschee in Salalah können als einzige Moscheen zu bestimmten Zeiten besichtigt werden. In allen anderen Moscheen ist der Zutritt für Nicht-Muslime nicht gestattet. Im Jahr 1920 wurde im Vertrag von Seeb festgelegt, dass der Sultan künftig die weltliche und der Imam die religiöse Macht im Land innehaben sollte.

Wenn Sie heute durch den Oman fahren, können Sie anhand der noch neuen Infrastruktur sowie der neuen Häuser, die die nun leer stehenden, typischen Lehmhäuser abgelöst haben, die rasante Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte erkennen.

Kleiderordnung im Oman

Die übliche Bekleidung der Omani ist eher traditionell und wird wie folgt getragen: 

Die Männer gehen in der Regel nicht ohne Kopfbedeckung aus dem Haus. Diese besteht entweder aus einer runden Kappe, der kumma oder einem Kaschmirtuch, dem massar. Ebenfalls möglich ist eine Kombination aus beidem, wobei das Kaschmirtuch über die Kappe gewickelt wird. Das lange Gewand der Männer, die dishdasha gibt es nicht wie in anderen arabischen Ländern nur in Weiß, sondern in allen erdenklichen Farben. Dies gilt auch für den massar. Die Farben der dishdasha finden sich nicht selten in dem dazu getragenen massar wieder.

Die Frauen tragen meist eine Hose, den sirwal, die oben weit ist und unten, mit Stickereien verziert, eng zusammenläuft und darüber ein ebenfalls verziertes, bis zu den Knien reichendes Hemd mit langen Armen, die kandoura. Die Ausführungen sind in Länge und Material regional sehr unterschiedlich. 

Das Kopftuch, das Frauen tragen, ist in Größe, Farbe und Muster nicht beschränkt und in allen Variationen anzutreffen. Der schwarze Umhang, die abaya, wird von vielen Frauen in der Stadt über der bunten Kleidung getragen, weswegen man die bunten Gewänder als Tourist nur selten zu sehen bekommt. 

Das Gesicht wird hier nicht verschleiert. Beduinen sowie manche Frauen in den Städten und an der Küste tragen eine Maske, die burqa. Diese hat ihren Ursprung bei den Wüstenbewohnerinnen und dient noch heute zum Schutz vor Sand und Sonne. Sie ist meist schwarz, leuchtet gelegentlich jedoch auch golden oder lila. Auch hier gibt es unterschiedliche Ausführungen von Masken: von solchen, die die Augen betonen, bis hin zu denen, die nur das Gesicht einrahmen.

Aus Respekt vor der üblichen Kleiderordnung sollten Frauen während einer Reise in den Oman außerhalb der Hotelanlagen die Schultern sowie Knie bedecken und die Männer das Tragen langer Hosen bevorzugen.

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